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Gospel-Nacht des Kulturforums begeisterte das Publikum (28.12.05)

Joan Faulkner "The Voice" liebt Nähe zum Publikum / "Eisbrecher" Effathah"

Als Spirituals und Gospels entstanden, gab es keine Mikrofone. „Da war auch keine Musik, nur die Stimme“, sagt Joan Faulkner. Und mehr braucht die Frau, die „The Voice“, die Stimme, genannt wird, zum Auftakt ihres Konzerts in Rheinstetten auch nicht. „Swing low, sweet Chariot“ stimmt sie im Hintergrund des Saals an, ehe die Sängerin aus Indiana in den USA die Bühne betritt. Noch eins brauchte es jedoch auch schon zu den Anfangstagen, der tiefe Glaube an Gott und Jesus Christus ist die Quelle der Gospels. Das unterstreicht vor Joan Faulkner schon der Rheinstettener Chor Effatah. Der Höhepunkt im Jahresprogramm des städtischen Kulturforums, die Gospelnacht, sorgt für ein ausverkauftes Haus im evangelischen Gemeindezentrum Forchheim. Die Besucher erleben ein intensives Konzert, in dem Religiosität und Lebensfreude eine Verbindung eingehen, so dass der Funke der Begeisterung schnell auf das Publikum überspringt.

Weltbekannte Gospels treffen auf selten gehörte Lieder, und neben rhythmisch geprägten sind viele ruhige Stücke zu hören. Mit Effatah stellt Petra Roos, bei der Stadt für die Kultur zuständig, einen seit vielen Jahren bestehenden Chor vor, der sich über Rheinstetten hinaus einen Namen gemacht hat. Die Sängerinnen und Sänger starten ebenfalls ohne Instrumentenbegleitung mit „Freedom is coming“. Weiter geht es dann mit der Band. Die Aufgabe, das Eis zu brechen, meistert das Ensemble rasch. Gospel funktioniert auch in Deutsch, zeigen der Chor und seine Solisten. Denn, so Chorleiter Herbert Deck, diese Musik „kommt aus dem Leben und aus der Beziehung zu Gott.“ Der Abschluss des ersten Konzertteils mit „Shine your light“ gehört wieder der ruhigen Seite. Etwas vom Licht Gottes, sagen die Sänger, wollen sie in die Welt bringen.

„Heute Abend ist die Zeit zu feiern und Gott zu verehren, es ist nicht die Zeit der Sorgen“, ruft anschließend Joan Faulkner. „O come, all you faithful“ beginnt sie langsam, ehe sie in eine beschwingte Mischung aus Gospel und Jazz übergeht. „Just a closer walk with thee“ stellt sie als Lieblingslied ihrer mehr als 80 Jahre alten Tante vor, mit der sie vor wenigen Jahren noch auf Tournee war. Ob Jazz oder Blues, „ich singe alles“, meint sie, am wichtigsten aber sei ihr der Gospel. Ihm verleihen Faulkner, Pianist Gustav Czik und die zwei Background-Sängerinnen durch Elemente der anderen Musikstile eine eigene Note. In großen Sälen ist sie ebenso zu Hause ist wie in kleineren Konzerträumen und Kirchen. Joan Faulkner freut sich über die Nähe zum Publikum. Sie dirigiert die Zuhörer zu „Go tell it on the mountain“ oder fordert sie auf, sich bei der Hand zu nehmen. Mit dem andächtigen „Stille Nacht, heilige Nacht“ stimmt die Künstlerin ihr Publikum auf das Weihnachtsfest ein. „Es gibt einen Gott, ich weiß es, wenn ich euch alle sehe und wenn ich die Sonne sehe, den Mond oder die Berggipfel“, sagt sie. (m.f.G.d.BNN)

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